Haiti – Butter bei die Fische

Das Erdbeben in Haiti ist eine Katastrophe, die in der Presse sehr im Mittelpunkt steht. Leider lese ich in der Presse fast ausschließlich die Tränendrüsen-Nummer in der einen oder anderen Abwandlung. Bin ich herzlos? Nein, ich vermisse nur richtige Kommentare.
Beispiel: Wenn bei uns in der Stadt ein Haus brennt, schlagen dann die Leute die Hände über dem Kopf zusammen und schreien: Katastrophe, Katastrophe, wir müssen für die Opfer sammeln, wir müssen alle den armen Opfern helfen und spenden und Wasser schicken und so weiter? – Nein, sondern man wählt die 112 und die organisierte Hilfe läuft an, mit allen Extras. Die pflichtgemäße Gebäudeversicherung reguliert den Schaden und wenn man Glück hat, ist keiner verletzt oder getötet worden. Geht auf nationaler Ebene, könnte so ähnlich auch auf internationaler Ebene funktionieren. Lässt sich alles regeln. Von einer Katastrophenprävention oder Versicherung ganz zu schweigen. Geht nicht? Aber für einen hirnamputierten Afghanistankrieg, da ist die internationale Organisation kein Problem, nicht wahr

? Wenn ich mir die Berichterstattung insgesamt so ansehe – und das betrifft nicht nur die Bild-Zeitung, so könnte man meinen, bei jeder Katastrophe sei die Stunde Null der Zivilisation angebrochen, es muss das Rad jedesmal neu erfunden werden.
Was mich weiterhin stört ist die US-amerikanische Militärintervention in Haiti und das kaum vorhandene und seichte internationale Presseecho. Man stelle sich nur vor Venezuela, Kuba oder Russland hätte Soldaten geschickt und die Kontrolle über den Flughafen und die Stadt und damit über alle Hilfslieferungen übernommen – was wäre da los gewesen! Buy Ampicillin Miosga, Will, Maischberger und co. hätten sich die Münder zerrissen, dass sie wie Zombies ausgesehen hätten. Von einem tatsachenbezogenen Bericht der Hilfeleistungen aus Lateinamerika wie

derum ganz zu schweigen. SJ

www.telegraph.co.uk/news/worldnews/centralamericaandthecaribbean/haiti/7016051/Haiti-earthquake-confusion-at-airport-hampers-aid-effort.html

www.globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=17144

www.greenleft.org.au/2010/823/42360

Über Sir John

Jahrgang 1972, Politischer Werdegeng: Seit dem Jahr 1998 Beschäftigung mit Globalisierung, Neoliberalismus und Geopolitik - 2006 Versuch des Aufbaus einer Regionalwährung. Seit 2007 aktiv in der 9/11 Truth Bewegung. Seit 2008 Mitglied im IPPNW (Ärzte gegen den Atomkrieg) und in der Partei "Die Linke"
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