Wie die NATO den IS schützt

Wie die NATO den IS schützt – von Metainfo www.meta-info.de

Geopolitik und eine Pipeline sind wichtiger, als die Moral

Mehr als ein Jahr lang konnte sich die Kaempfer des IS darauf verlassen, dass sie vom Militaer der NATO-Laender nichts Ernstes zu befuerchten hatten: die amerikanischen Kampfjets flogen nur wenige Einsaetze und ihre Bomben trafen meist nicht.

Insbesondere unterließen sie es, dem IS die Einnahmequellen abzuschneiden: der Schmuggel und Verkauf von Oel, der dem IS zwischen 300 und 400 Millionen Dollar einbrachte, fand nahezu ungehindert statt; Strassensperren oder Luftangriffe von seiten der NATO gegen den Oelschmuggel mit Tanklastwagen? Fehlanzeige.

Dank dieses freundlichen Entgegenkommens des amerikanischen Militaers verfuegte der IS also ueber mindestens 300 Millionen Dollar. Ein IS-Kaempfer erhaelt pro Jahr einen Sold von 6000 Dollar (500$ / Monat); somit reichte die Summe, um 50.000 IS-Kaempfer zu besolden.

Diese Kaempfer wurden meist rekrutiert unter der maennlichen Bevoelkerung des irakischen Westens, die durch den Irakkrieg entwurzelt worden waren, vielfach arbeitslos und ein Einkommen benoetigten, um ihre Familie zu versorgen.

Waehrend des G20-Gipfels in der Tuerkei nun konfrontierte Putin die US-Fuehrung mit Satellitenaufnahmen, die kilometerlange Kolonnen von Tanklastwagen zeigten, die das geschmuggelte Oel transportierten und belegte damit, dass die Nachlaessigkeit der Amerikaner, die keine Anstalten machten, diese Transporte zu behindern, die Finanzierung des IS ermoeglichte.

Hierauf reagierte das US-Militaer, indem eine Anzahl von Tanklastwagen bombardiert wurden – zumindest wurde dies behauptet.

Der amerikanische Fernsehsender PBS zeigte jedoch Aufnahmen solcher Bombardierungen, die allerdings von russischen Flugzeugen durchgefuehrt wurden. Inzwischen wurde von neuen Bombardierungen von Tanklastwagen durch amerikanische Kampfbomber berichtet.

Seit nun nach den Pariser Anschlaegen die Bekaempfung des IS neue Prioritaet erhielt, obwohl die Aktivitaeten des IS im Sinn der außenpolitischen Agenda der US-Regierung liegen, um die Assad-Regierung zu beseitigen und seit durch die russischen Luftangriffe die Existenz des IS in Syrien ernsthaft bedroht wurde, verlegte sich die Koalition, die bisher die Terrormilizen unterstuetze und finanzierte – bestehend vor allem aus Saudi-Arabien, Qatar, der tuerkischen Regierung und der US-Fuehrung – auf neue Mittel und Wege, um die weitere Existenz des Islamischen Staates zu sichern: der Abschuss eines russischen Kampfflugzeuges durch die Tuerkei.

Dies ist nachvollziehbar, nachdem russische Kampfflugzeuge wiederholt Tanklastwagen bombardierte – es ist die Rede von mehr als 500 LKW – und so den Schmuggel drastisch reduzierten, an dem offenbar die Familie des Praesidenten mitverdient: auf tuerkischer Seite wird der Schmuggel anscheinen von einem seiner Soehne: Bilal Erdogan abgewickelt, in dessen Besitz sich viele der Tank-LKW befinden sollen.

Fuer den Erhalt des – durch die Tuerkei gefoerderten – Islamischen Staates ist es wichtig, sowohl die Finanzierung durch den Oelschmuggel zu erhalten, wie auch ein Ende der massiven russischen Luftangriffe zu erreichen. Ein Eingreifen der tuerkischen Luftwaffe – die die NATO hinter sich weiß – gegen die Russen kann also beides bewirken.

So wuerden also nicht nur die Oelschmuggelgeschaefte der Familie Erdogan geschuetzt sondern auch die Expansionsbestrebungen des tuerkischen Staates, wie auch die strategischen Interessen der USA / der NATO-Staaten, die den syrischen Staat zerschlagen wollen, da dessen Regierung nicht wie gewuenscht kooperiert, sondern etwa den Russen hier eine Marinebasis betreiben laesst und das Projekt einer Erdgaspipeline, ueber die Erdgas aus Qatar durch das Gebiet des IS ueber die Tuerkei nach Europa geliefert werden koennte, verhindert.

Ueber den Plan dieser Pipeline wurde u.a. in dem Magazin der US-Marine, dem „Armed Forces Jounal“ berichtet.

Außer der US-Fuehrung, die ein Interesse daran hat, dass die russischen Gaslieferungen nach Europa ersetzt werden durch alternative Lieferungen eines ihrer Verbuendeten, durch das Gebiet von Saudi-Arabien, dass ebenfalls den IS mit Hunderten Millionen Dollar an Finanzhilfen versorgte, gibt es damit eine Anzahl von Unterstuetzern des IS, die zwar offiziell erklaeren, den IS zu bekaempfen, waehrend sie gleichzeitig mit allen verfuegbaren Mitteln dafuer sorgen, dass dieser Kampf nicht zum Erfolg fuehren kann und die Existenz der Terrormilizen, die im Sinn ihrer Geschaefte und Interessen agieren, garantiert bleibt.

Auch Frankreichs Praesident Hollande, der unter dem Eindruck der Anschlaege von Paris, Anstalten machte, nun gemeinsam mit den Russen gegen den IS vorzugehen, wurde inzwischen offenbar „zurueckgepfiffen“ und agiert nun nur noch, wie die uebrigen NATO-Staaten „mit angezogener Handbremse“, wenn es um die Bekaempfung des IS geht, der auch von den westlichen Laendern noch gebraucht wird, um ihre Interessen im Nahen Osten durchzusetzen, und dem auch die deutsche Bevoelkerung zukuenftig moeglicherweise die Versorgung ihrer Heizungen mit Erdgas aus Qatar zu verdanken haben, so dass die russischen Lieferungen endlich abgestellt werden koennen.

Pipeline politics in Syria

www.oil-price.net/en/articles/crude-oil-syrian-conflict.php

en.wikipedia.org/wiki/Qatar-Turkey_pipeline

www.rt.com/op-edge/322613-russia-isis-anti-terrorism-operation-syria/

www.dw.com/de/durch-%C3%B6lschmuggel-zum-kalifat/a-17963954

derstandard.at/2000025993872/Russland-bombardiert-IS-Oelanlagen

de.sputniknews.com/wirtschaft/20151029/305287596/islamischer-staat-verdient-milliarden.html

www.rp-online.de/politik/ausland/islamischer-staat-is-terroristen-scheffeln-taeglich-oel-millionen-aid-1.4555730

www.thenation.com/article/what-i-discovered-from-interviewing-isis-prisoners/

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Autor: Sir John

Jahrgang 1972, Politischer Werdegeng: Seit dem Jahr 1998 Beschäftigung mit Globalisierung, Neoliberalismus und Geopolitik - 2006 Versuch des Aufbaus einer Regionalwährung. Seit 2007 aktiv in der 9/11 Truth Bewegung. Seit 2008 Mitglied im IPPNW (Ärzte gegen den Atomkrieg) und in der Partei "Die Linke"