Joschka Fischer meldet sich freiwillig zum Libyen-Einsatz

…an der „Süddeutschen“ Front. Der Ex-Außenminister gibt in der Frage des Libyen-Einsatzes ganz den Falken.

Wie sollte es auch anders sein. Schließlich hat er der Bundesrepublik diverse de facto neokoloniale Auslandseinsätze mit beschert. Seine Argumente auch diesmal: Bündnistreue, Handlungsbereitschaft im Angesicht der Massaker eines fernen Alleinherrschers, Isolierung der Deutschen vor der UN und in Europa, Sorge um das europäische und transatlantische Bündnis. Der Vergleich mit Afghanistan und Irak sei unzutreffend, so Fischer, es sei so ähnlich wie damals Bosnien. Das alles, obwohl es längst dämmert: wo humanitäre Intervention draufsteht, ist Öl-Diebstahl, neoliberaler Raubzug und Dollar-Stabilisierung drin, zumindest wenn die USA dabei Strategie führen und nicht der Dalai Lama oder Kofi Annan. Fischer scheint der letzte Deutsche, dem noch keine Zweifel an der transatlantischen Hundeleine gekommen sind.

Mag die Entscheidung der CDU/FDP-Koalition auch nicht koscher sein, sondern durch Wahlkampfdruck zustande gekommen – wenn sie den Bundeswehr-Einsatz in Libyen ablehnt, bewahrt Sie uns wahrscheinlich vor einer weiteren „humanitären“ Interventions-Katastrophe. Noch ein Wort zum Thema Bündnistreue, dieser durchschlagenden Sekundärtugend. Wie wäre es nur zur Abwechslung mit Prinzipientreue, z.B. zum Grundgesetz oder auch Buy Doxycycline zum internationalen Recht?
www.sueddeutsche.de/politik/streitfall-libyen-einsatz-deutsche-aussenpolitik-eine-farce-1.1075362