Von deutschem Boden darf nie wieder militärische Zurückhaltung ausgehen

… diese treffende sinngemäße Überschrift wählte die Junge Welt am 3.2. zur Rede von Joachim Gauck auf der Münchner Sicherheitskonferenz.

www.jungewelt.de/2014/02-03/051.php

Auch Ampicillin online aus der akademischen Welt kommt Kritik:

www.bicc.de/fileadmin/Dateien/pdf/press/2014/Kommentar_Conrad_Schetter_060214.pdf

In der Evangelischen Kirche hat der Friedensbeauftragte richtigerweise bemerkt, dass Gauck die Ursachen von Konflikten ignoriert, die oft im militärischen und ökonomischen Sektor liegen.

aktuell.evangelisch.de/artikel/91960/ekd-friedensbeauftragter-gauck-vergisst-konflikt-ursachen

Telepolis hat unter der Überschrift: „Wir sind die Guten“ ebenso wie die Junge Welt den Tenor der Gauck/Steinmeier/Leyen Rede zusammengefasst.

www.heise.de/tp/artikel/40/40913/1.html

Die Intellektuellen in Deutschland haben sich ebenfalls markant in der Person von Albrecht Müller geäußert:

Ein Geflecht von spießbürgerlichen Klischees und Unwahrheiten führt den Bundespräsidenten zum gewollten Schluss: Mehr „Verantwortung“, mehr Militäreinsatz.

Mein persönliches Fazit: Ohne Hintergrundwissen und Fakten lebt es sich leicht – vielleicht ist Gauck unser George W. Bush.

Jürgen Todenhöfer an Joachim Gauck

… ein offener Brief von Jürgen Todenhöfer an
Joachim Gauck

„LIEBER HERR BUNDESPRÄSIDENT,

Sie fordern, dass Deutschland mehr Verantwortung in der Welt übernimmt. Auch militärisch. Wissen Sie wirklich, wovon Sie reden?

Ich bezweifle es und habe daher vier Vorschläge:

1. Ein Besuch im syrischen Aleppo oder in Homs. Damit Sie einmal persönlich erleben, was Krieg bedeutet.

2. Vier Wochen Patrouillenfahrt mit unseren Soldaten in afghanischen Kampfgebieten. Sie dürfen auch Ihre Kinder oder Enkel schicken.

3. Ein Besuch eines Krankenhauses in Pakistan, Somalia oder im Yemen – bei unschuldigen Opfern (US-; Anm. d. Red.) amerikanischer Drohnenangriffe.

4. Ein Besuch des deutschen Soldatenfriedhofes Buy cheap Cialis El Alamein in Ägypten. Dort liegen seit 70 Jahren 4.800 deutsche Soldaten begraben. Manche waren erst 17. Kein Bundespräsident hat sie je besucht.

Nach unserem Grundgesetz haben Sie “dem Frieden zu dienen”. Angriffskriege sind nach Artikel 26 verfassungswidrig und strafbar. Krieg ist grundsätzlich nur zur Verteidigung zulässig. Sagen Sie jetzt nicht, unsere Sicherheit werde auch in Afrika verteidigt. So etwas ähnliches hatten wir schon mal. 100.000 Afghanen haben diesen Unsinn mit dem Leben bezahlt.

Wie kommt es, dass ausgerechnet Sie als Bundespräsident nach all den Kriegstragödien unseres Landes schon wieder deutsche Militäreinsätze fordern? Es stimmt, wir müssen mehr Verantwortung in der Welt übernehmen. Aber doch nicht für Kriege, sondern für den Frieden! Als ehrlicher Makler. Das sollte unsere Rolle sein. Und auch Ihre.

Ihr Jürgen Todenhöfer

PS: Mir ist ein Präsident lieber, der sich auf dem Oktoberfest von Freunden einladen läßt, als einer der schon wieder deutsche Soldaten ins Feuer schicken will. Von seinem sicheren Büro aus. Fast bekomme ich Sehnsucht nach Wulff. Der wollte Menschen integrieren, nicht erschlagen.“

ADHS und Ritalin

Endlich habe ich einen Artikel gefunden, der auch den politischen und gesellschaftlichen Kontext medizinischer Diagnosen mal kritisch unter die Lupe nimmt. Insbesondere folgendes Zitat trifft ins Schwarze, finde ich:

„dass mittels unsinniger Diagnosen und Medikamenten globalisierungstaugliche Eunuchen geschaffen werden. Ritalin bewirkt einen Stillstand in der seelischen Entwicklung, besonders in der Pubertät.“

Weiterlesen bei:
www.seniora.org/adhs-ritalin/419-von-der-personalen-sicht-des-menschen-hin-zur-psychiatrisierung-kindlichen-verhaltens Buy Doxycycline

IPPNW zu Genf II

Veröffentlicht auf dem Blog der IPPNW Deutschland:

Mit den Verhandlungen „Genf II“ seit dem 22.01.14, erscheint mit der neuen internationalen Syrien-Friedens­konferenz nach fast 3 Jahren Gewalt und Zerstörung erstmals ein Hoffnungsschimmer auf ein Ende des Krieges am Horizont.

Soll mit diesen Verhandlungen jedoch ein Friedensprozess in Gang gesetzt werden, ist nicht nur die Teilnahme aller wichtigen Kontrahenten einschließlich des Iran ein entscheidender Faktor, sondern außerdem die nachvollziehbare Bereitschaft zum Dialog von allen Seiten. Dass der Konflikt vor allem durch Waffenlieferungen und militärische Unterstützung von außen geschürt wird, dürfte inzwischen kaum noch jemand bestreiten.

Die IPPNW hat 2012 bereits mit einem Syrien-Aufruf, der weiterhin unterschrieben werden kann, auf die geopolitische Dimension des Konflikts hingewiesen:
www.ippnw.de/aktiv-werden/kampagnen/syrien-aufruf.html

Die USA, Saudi-Arabien und die EU-Staaten jedoch lassen bisher keinerlei Schritte erkennen, die diplomatische Blockade zu beenden oder auch nur auszusetzen. Im Gegenteil: Der Iran wurde auf Druck der USA ausgeladen, die Sanktionen sind weiterhin in Kraft, Deutschland hält an seiner Ausweisung der syrischen Botschafter seit 5.6.2012 auf unbefristete Dauer fest und John Kerry hat mit seiner Ablehnung einer Rolle des Präsidenten Assad in einem zukünftigen Syrien eine fast unüberwindbare Hürde eingezogen. Speziell Deutschland ist nicht nur mit handfesten militärischen Maßnahmen in die Unterstützung der bewaffneten Opposition involviert (u.a. mit der Stationierung von Hightech-Raketen in der Türkei und Marineoperationen im Mittelmeer), sondern auch mit diplomatischer und logistischer Organisierung des “Regime Change”, z.B. mit der in Berlin organisierten “The Day After”-Konferenz derjenigen Exilkräfte, die der Westen als Ablösung der Assad-Regierung wünscht. Gewaltfreie, inner-syrische Oppositionelle wurden dorthin allerdings ebenso wenig eingeladen online pharmacy no prescription wie jetzt zur Genf-II-Konferenz.

Die syrische Regierung hat ihre Bereitschaft zu einer Verhandlungslösung mit der Abschaffung der Chemiewaffen erkennbar gemacht, obwohl inzwischen mit Recht bezweifelt werden darf, dass der Giftgaseinsatz vom 21.8.2013 von syrischen Regierungstruppen verübt wurde, wie es unter anderem durch Untersuchungen eines ehemaligen UN Waffeninspektors und vom Massachusetts Institute of Technology gezeigt werden konnte: www.documentcloud.org/documents/1006045-possible-implications-of-bad-intelligence.html

Außerdem muss man annehmen, dass die militärische Opposition in Syrien aktuell menschenrechtlich nicht wirklich besser dasteht, als die Regierung selbst: www.hrw.org/news/2013/10/10/syria-executions-hostage-taking-rebels

Und eine (sicher nicht vollständige) Liste syrischer Rebellenführer zeigt ebenfalls wenig erkennbare demokratische Qualitäten: www.joshualandis.com/blog/biggest-powerful-militia-leaders-syria/

Sollten Friedensverhandlungen durch Außenvorlassung wichtiger Konfliktteilnehmer oder an uneinhaltbaren Forderungen des Westens scheitern, ist ein weiterer Zerfall Syriens abzusehen, mit einem ähnlichen Schicksal wie im Irak oder in Libyen. Die katastrophalen Auswirkungen des Krieges auf die Gesundheit der Menschen im Irak und Syrien ist jüngst in einer Studie im Lancet unter die Lupe genommen worden und zeigt abermals, wohin der militärische Weg führt. www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(13)62299-0/fulltext

Fazit: Die EU und Deutschland sollte sich in den Verhandlungen als maßgebliche Kraft für die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zu Syrien einsetzen und insbesondere die Ausgrenzung des Iran beenden. Auch die Bundestagsabgeordneten sollten sowohl mit Oppositionsgruppen sprechen, als auch mit syrischen Abgeordneten. Der Vorstand der deutschen IPPNW hat dazu folgenden aktuellen Appell an die internationale Gemeinschaft und die deutsche Politik gerichtet: www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Frieden/Syrien_appell_ippnw_20_01_2014.pdf

Jens Wagner für den Arbeitskreis Süd-Nord, Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) – deutsche Sektion (28.01.2014)